Bedeutung und Motive für Teilzeitarbeit

In Deutschland arbeiteten nach den Erhebungen des Bundesamts für Statistik 1999 bei 32,5 Mio abhängig Beschäftigten rund 6,3 Mio in Teilzeit. Trotz Anstiegs des Anteils der teilzeitbeschäftigten Männer, wurde Teilzeitarbeit mit 87 % aller Teilzeitbeschäftigten immer noch von Frauen durchgeführt. Hauptgrund für Teilzeitbeschäftigung war in den alten Bundesländern mit 65 % familiäre oder persönliche Umstände (neue Bundesländer: 21 %). (Zu den Ergebnissen des Mikrozensus 2002 des Stat. Bundesamts vgl. Pressemitteilung vom 24. März 2003).

Vorteile der Teilzeitarbeit:

  • Es bleibt genügend Zeit für andere Beschäftigungen (Kinderbetreuung, Hobbys, Haushalt, Doktorarbeit; Ehrenamt).
  • Es kann der Arbeitgeber die Mitarbeiter so einteilen, wie es der Betrieb erfordert.
  • Es kann steuerliche Vorteile bringen, nicht so viel zu arbeiten.
  • Durch das Aufteilen einer Stelle (Arbeitsplatzteilung) auf mehrere Personen bekommen alle Gelegenheit, sich zu bewähren.
  • Stellenabbau kann durch zeitweilige Teilzeitregelungen vermieden werden (wie z.B. vom VW-Konzern schon auf breiter Basis praktiziert wurde).
  • Aus gesundheitlichen Gründen kann nicht mehr gearbeitet werden. (siehe auch:Altersteilzeit)

Nachteile der Teilzeitarbeit:

  • Höhere Kosten durch Lohnnebenkosten und Investitionen in die Weiterbildung sowie höherer Koordinationsaufwand seitens des Unternehmens
  • Finanzielle Einbußen, Probleme bei Teilzeitformen mit verhältnismäßig kurzen Ankündigungsfristen sowie Befürchtung hinsichtlich eines Karrierehemmnisses bei den MitarbeiterInnen

Teilzeitarbeit im Zusammenhang mit der Emanzipation der Frau ist umstritten, da sie zwar Müttern kleiner Kinder erlaubt, wieder im Beruf Fuß zu fassen, aber andererseits das klassische Rollenverhalten und die Geringschätzung von "Frauenarbeitsplätzen" zementiert wird.

In Teilzeitangeboten liegende Potenziale zur Verbesserung der Situation auf dem Arbeitsmarkt werden bislang noch wenig beachtet. Förderung der Teilzeitarbeit wird jedoch ansatzweise als gesellschaftliche Notwendigkeit erkannt. In den Statistiken Deutschlands werden jedoch immer die Anzahl der Arbeitsplätze angegeben und nicht die Anzahl der geleisteten Stunden. So wird durch viele (teilweise auch unfreiwillige) Teilzeitarbeitsplätze das wahre Ausmaß des Arbeitsplatzmangels nicht richtig dargestellt.