In Südosteuropa, im Orient oder gar in der Volksrepublik China und Japan gilt es als unfein, ein Gespräch zu rasch zum Kern der Sache zu bringen. In großen Teilen Afrikas muss sogar ein richtiggehendes Palaver vorangehen - umso länger, je wichtiger die Angelegenheit und je hochgestellter die Beteiligten sind. In der deutschen Sprache ist das Wort Palaver eher negativ belegt, doch hat es in manchen Ländern auch den Zweck, das Gegenüber vor den entscheidenden Gesprächsphasen etwas näher kennen zu lernen.
Ein Ladenbesitzer in einem Basar ist enttäuscht, wenn ein potentieller Kunde, der nicht fündig wird, sich zu rasch zum Gehen wendet. Manchmal versucht er, einen 'unruhigen Gast' noch rechtzeitig zu einem Glas Tee zu bewegen. Wenn es gelingt, ist ein eventueller Geschäftsabschluss oft weniger wichtig als diese kleine Gastfreundschaft.