Grundsätzlich wird man zwischen verschiedenen Arten von Praktika in der Schule unterscheiden müssen:
Zudem unterscheidet man gerne zwischen dem angeleitetetn und dem nicht begleiteten Praktikum. Pädagogisch gelten die angeleiteten naturgemäß als die wertvolleren Praktika (der Lerneffekt ist planbar bzw. überschaubar). Voraussetzung ist jedoch so etwas wie ein Prakikumskonzept (der Schule, die die Anleitung übernimmt). Günstig im Hinblick auf den Lernzuwachs des Praktikanten ist auch eine gute Kommunikation zwischen Praxiseinrichtung und Schule. Der Praxisanleiter in der Einrichtung sollte Erfahrung im Anleiten haben. Kann dies nicht gewährleistet werden, ist der Kontakt zwischen Schule und Praxis umso wertvoller. Die Schule sollte dem Praktikanten nach dem Praktikum Unterstützung bei der Reflexion seiner Erfahrungen gewähren; das schließt auch die Kommunikation zwischen den Praktikanten ein. Sie ist mitunter ebenso bedeutsam für die Orientierung des Schülers wie die pädagogischen Bemühungen des Praxiskoordinators.
In naturwissenschaftlichen Fächern sind Praktika zum einen Stunden, in denen Experimente veranstaltet werden. In Baden-Württemberg geschieht dies in manchen Klassenstufen sogar in einem eigenen Schulfach.
In vollzeitschulischen Ausbildungen im berufsbildenden Schulbereich (z. B. Abschluss Erzieherin) sind lange Praktika nicht wegzudenken. Sie bilden einen wesentlichen Teil der Ausbildung. Man unterscheidet Tages-, Wochen und Jahrerspraktika. Auch ein Teil der im Unterricht vorbereiteten Projekte kann an Praxiszeiten gekoppelt werden. Unterricht stützt sich u.a. auf die Erfahrungen der Schüler/innen, Student/innen in den Praktika. Das Anerkennungsjahr (Berufspraktikum, Jahrespraktikum) bildet den Schluss der Ausbildung. Zum Ende des Berufspraktikums findet der zentrale Teil der Abschlussprüfung in der Einrichtung statt, in der das Praktikum geleistet wurde - die Bewährung erfolgt damit also bereits im Berufsfeld. In der Erzieher/innen-Ausbildung begleiten bzw. betreuen Lehrkräfte der Schule Praktika; im Praktikum erfolgen Reflexion von Handlungsweisen und Situationen und die Erledigung von Aufgaben der Schule - wenn möglich mit Unterstützung des Praxisanleiters/der Anleiterin in der Praxisstelle.
Viele allgemeinbildende Schulen bieten in den oberen Klassen die Möglichkeit, im Rahmen eines Praktikums in einem Betrieb mehr über Berufe und die Arbeitswelt zu erfahren (z.B. BOGY).
Einen besonders großen Stellenwert haben Praktika an Waldorfschulen. Die Klassen 9 bis 12 absolvieren zumindest ein Landwirtschaftspraktikum, ein Feldmesspraktikum (angewandte Mathematik) und ein Sozialpraktikum von jeweils zwei bis vier Wochen Länge. Viele Waldorfschulen bieten noch weitere Möglichkeiten für Betriebspraktika, zum Teil verbunden mit Elementen der Berufsausbildung bis hin zu anerkannten Berufsabschlüssen, die parallel zum Waldorfschulabschluss und staatlichen Schulabschlüssen erworben werden. In Haupt- und Realschulen findet das Praktikum meist in der 9. Klasse, manchmal auch zusätzlich in der 8. Klasse, statt; in Gymnasien in der 9. oder 10. Klasse. Für Schüler ist es sehr wichtig einen Blick in das Arbeitsleben zu werfen.
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