Gesellschaftspolitisch soll das Konzept der Gesamtschule, verstärkt als Ganztagsschule, einer Entwicklung entgegen wirken, in der sich Schüler aus unterschiedlich sozialisierten Gesellschaftsgruppen (z. B. Akademiker, Arbeiter etc.) frühzeitig fremd werden. Heranwachsende aus potenziellen Randgruppen lernen mit und von leistungsmäßig "besseren" Schülern - und alle gemeinsam lernen, mit Mitmenschen aus allen Schichten umzugehen und diese bei Bedarf auch anzuleiten. Dieses Ziel wurde jedoch bisher nur ansatzweise erreicht, da die Gesamtschule zum einen mit dem dreigliedrigen Schulsystem (Gymnasium, Realschule, Hauptschule) konkurriert und zum anderen die schichtspezifische Zusammensetzung einer Schulklasse sehr von der Struktur des Einzugsgebietes der Schule (Arbeitersiedlung, wohlhabender Vorort etc.) abhängt.
Ein politisches Ziel der Gesamtschule ist es, möglichst vielen Schülern einen höheren Bildungsabschluss zu ermöglichen. Kritiker wenden allerdings ein, dies gehe häufig mit einer Reduzierung des Niveaus einher.
Deutlich zu sagen ist, dass die Schulform der Gesamtschule besondere didaktische Kompetenzen der Lehrer erfordert: Denn wenn eine äußere Differenzierung nach Leistung entfällt, muss sich der Unterricht weitaus stärker am Prinzip der Binnendifferenzierung ausrichten.
Einige Bundesländer, wie Nordrhein-Westfalen, haben außerdem an vielen Gesamtschulen des Landes Schulsozialarbeit installiert. Diese und andere Unterstützungen in der Ausstattung von Gesamtschulen sollen die besonderen Umfeldprobleme dieser Schulart auffangen helfen. Schulsozialarbeiter sind aber auch an anderen Schulformen tätig.