Geschichte der mittleren Reife

Die "Mittlere Reife" wurde/wird auch als so genanntes "Einjähriges" bezeichnet, in weit zurückliegenden Zeiten als "Abitur-I". Das "Reifezeugnis" nach Abschluss des Gymnasiums war demnach das "Abitur-II".

Das Einjährige hieß so, weil junge Männer mit diesem Bildungsabschluss statt des normalen dreijährigen Wehrdienstes auf freiwilliger Basis (bei Selbstkostentragung für Unterkunft, Verpflegung, Uniform, Kaltwaffe und bei Reitenden Einheiten auch Pferd) nur ein Jahr dienten. Diese nannte man Einjährig-Freiwillige und die Mittlere Reife hieß "wissenschaftliche Befähigung für den Einjährig-Freiwilligen Militärdienst". Sie konnten danach Reserve-Unteroffizier und zum Teil auch Reserveoffizier werden. Diese Befähigung war auch Voraussetzung für den Besuch verschiedener Fachschulen und bestimmter Beamtenlaufbahnen (etwa dem heutigen Mittleren/Gehobenen Dienst vergleichbar), weshalb sie auch im allgemeinen Bildungsleben eine große Bedeutung hatte.