Diplom als akademischer Grad

Deutschland

In Deutschland ist das Diplom der häufigste akademische Grad, den Studenten an Hochschulen neben dem Magister als Abschluss einer wissenschaftlichen Ausbildung erlangen können. Während der Magister vorwiegend in geisteswissenschaftlichen Studiengängen verliehen wird, bereiten Diplomstudiengänge traditionell vor allem auf ingenieur- und naturwissenschaftliche sowie generell auf durch ein klar umrissenes Berufsbild definierte akademische Berufe vor. Der akademische Diplomgrad setzt sich stets aus dem Wort "Diplom" und der Bezeichnung der betreffenden Fachrichtung zusammen, wobei neben der weitaus am häufigsten vertretenen persönlichen Form (z. B. Diplom-Kaufmann) auch die unpersönliche Form (z. B. Diplom in audiovisuellen Medien) verliehen werden kann. Diplomgrade dürfen in Deutschland gemäß Â§ 18 Hochschulrahmengesetz (HRG) nur von Hochschulen verliehen werden. Wortkombinationen der Bezeichnung "Diplom" bzw. "Dipl." und einer Fachrichtung oder Berufsbezeichnung, die nicht von einer Hochschule verliehen wurden, sind mit akademischen Graden verwechslungsfähig und daher unzulässig. Das Führen solcher Bezeichnungen ist gemäß Â§ 132a Abs. 2 StGB strafbar.

Als Hochschulgrad existiert das Diplom erst seit dem 11. Oktober 1899, als der Grad des Diplom-Ingenieurs durch kaiserlichen Erlass an den Technischen Hochschulen eingeführt wurde. Ein weiterer deutscher Universitätsabschluss ist die Erste Staatsprüfung, die keinen akademischen Grad darstellt - wobei die Hochschule aufgrund der bestandenen Staatsprüfung zusätzlich einen akademischen Grad verleihen kann -, jedoch ebenfalls grundsätzlich zur Promotion berechtigt. Das Diplomstudium gliedert sich in zwei Phasen: Das (zumeist viersemestrige) Grundstudium, das mit mündlichen Prüfungen in den relevanten Fächern, dem so genannten Vordiplom, abgeschlossen wird, und das (vier- bis sechssemestrige) Hauptstudium, das wiederum mit mündlichen Prüfungen und einer Diplomarbeit endet.

An den Fachhochschulen wird das Diplom ebenfalls als akademischer Grad verliehen, es wird jedoch seit 1987 zwingend mit dem Zusatz (FH) gekennzeichnet und berechtigt nicht grundsätzlich, aber unter besonderen Voraussetzungen, zur Promotion. Neben der im Gegensatz zum universitären Diplom eher anwendungsbezogenen Orientierung unterscheidet sich das Diplom der Fachhochschulen auch durch die in der Regel kürzere Studiendauer von max. 8 Semestern.

Österreich

In Österreich gibt es den akademischen Grad Diplom-... nur in den Ingenieurwissenschaften in der Form als Diplom-Ingenieur bzw. Diplom-Ingenieur (FH). Abgekürzt wird dieser Grad entweder (wie in Deutschland) mit Dipl.-Ing., oder mit DI (ohne Abkürzungspunkte). Diplomstudien in anderen Fächern führen in Österreich zu einem Magister-Grad.a