Polen
Der polnische magister (Abkürzung mgr) entspricht dem deutschen Magister. Es gibt sowohl grundständige als auch auf Abschlüssen der Bakkalaureatsebene (licencjat bzw. inzynier in den Ingenieurwissenschaften) aufbauende Magisterstudiengänge. Der magister wird nach einer 5-jährigen Regelstudienzeit vergeben, die mit einer magisterium genannten Abschlussarbeit beendet wird. In der Humanmedizin ersetzt der Abschluss lekarz medycyny den magister, in der Tiermedizin heißt der entsprechende Abschluss lekarz weterynarii. In technischen Studiengängen wird der magister-Titel durch den Zusatz inzynier (Ingenieur, abgekürzt mgr inz.) ergänzt.
Zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen besteht ein Äquivalenzabkommen über die gegenseitige Anerkennung der Hochschulabschlüsse. In Warschau wurde dieses Abkommen am 23. Juli 1997 unterzeichnet und am selben Tag durch zwei zusätzliche Protokolle ergänzt. Das Abkommen trat am 14. Januar 1998 in Kraft. (BGBl. 1998 Teil II Nr. 20 vom 19. Juni 1998, S. 1011–1026) Die Ergänzung der Anlage 2 dieses Abkommens wurde im BGBl. 1999 Teil II Nr. 15 vom 25. Juni 1999, S. 471–472 veröffentlicht.
Aus diesem Regierungsabkommen geht u. a. hervor, dass der polnische Magister-Abschluss dem Deutschen Diplom-Abschluss (Universität) entspricht. Analog ist der polnische magister inzynier zum deutschen Diplom-Ingenieur (TU/TH/GH) gleichwertig. (vgl. hierzu http://www.ifos.de/anabin/dokumente/Polen_1997.pdf und http://www.ifos.de/anabin/dokumente/Polen_Erg_Anlage.pdf)
Skandinavien
In Dänemark, Norwegen und Schweden ist magister artium (mag. art.) ein akademischer Grad, der in aller Regel eine 7-jährige Ausbildung erfordert, also höher als der Kandidat-Grad und der Master-Grad ist, die in der Regel nach 6 bzw. 5 Jahren zu erlangen ist und dem deutschen Magister, Diplom oder Staatsexamen entspricht. Der Magister ist traditionell als Forschungsgrad angesehen. Menschen die den Magistergrad erhalten, werden öfter als Forscher (z. B. in Universitätspositionen) arbeiten. Magister qualifiziert formell für eine Universitätsprofessur, heute wird in der Regel aber nach dem Doktorgrad gefragt. Ein skandinavischer Doktorgrad (dr.) entspricht etwa der Habilitation in Deutschland (Dr. habil.).