Beim Fernstudium findet im Gegensatz zum Präsenzstudium der größte Teil des Studiums abseits des Campus statt. Die Person wird bei ihren Lernaktivitäten von einer Institution betreut, etwa durch besonders aufbereitete Materialien, Studienberatung, die Korrektur von Einsendeaufgaben oder Prüfungen. Die ersten Fernunterrichtsangebote wurden ursprünglich auch als Korrespondenzkurse bezeichnet. Was verdeutlichte, dass der Lernende und die betreuende Einrichtung per Post miteinander "korrespondieren" und eine mehr oder weniger intensive Kommunikation realisierten. Das traditionelle Fernstudium charakterisieren oftmals hohe Abbruchquoten, weil das Durchhalten - gerade über eine längere Studiendauer hinweg - in der Anonymität und meist/oft neben einer vollen Berufstätigkeit schwer aufrecht zu erhalten ist.
Bachelor of Arts (B.A.) an der Europäischen Fernhochschule Hamburg
E-Learning bringt dem Fernstudium Aufwind. Verschiedene Anbieter integrieren zunehmend E-Learning Elemente in ihre Kurse. Ein weiterer Schritt sind Online-Studiengänge - man studiert nahezu vollständig in einem Lernraum im Internet; Prüfungs- und Präsenzphasen an einer Hochschule unterstützen. Der Lernraum ermöglicht, digitale und interaktive Lernmaterialien über das Netz zu distribuieren und die Intensitität der Kommunikation zwischen Lernenden und Online-Tutor/innen sowie unter den Lernenden untereinander zu steigern. Im Vergleich zum klassischen Fernstudium haben Online-Studiengänge daher geringere Abbruchquoten.
Zu unterscheiden ist zwischen dem Fernstudium, das zur Erlangungen eines akademischen Grades, z. B. Diplom, Bachelor oder Master, führt, und dem weiterbildenden Fernunterricht zu verschiedensten Themen, ohne einen akademischen Abschluss.
MBA an der Europäischen Fernhochschule Hamburg
In (West-) Deutschland blieb lange Zeit die FernUniversität in Hagen der einzige große Anbieter von Fernstudien. Durch einen Staatsvertrag zwischen den Ländern erhielt die FernUniversität einen gesamtstaatlichen Auftrag zur Implementierung von Fernstudien. Private - staatlich anerkannte - Anbieter, die ausschließlich Fernstudiengänge anbieten, sind unter anderem die AKAD Privathochschulen (welche in Deutschland als erste private FernFH startetwn), die Private FernFachhochschule Darmstadt, die Private Fachhochschule Göttingen, die Private FernFachHochschule Sachsen, die Europäische Fernhochschule Hamburg (Euro-FH) sowie die HFH Hamburger Fern-Hochschule.
Zunehmend bieten auch Präsenz-Fachhochschulen und Universitäten Fernstudiengänge oder weiterbildende Fernstudien an. Als bundesweiter Anbieter von Fernstudiengängen mit staatlichen Studienabschlüssen hat das Fernstudienzentrum der Hochschule Wismar - University of Technology, Business and Design diverse Bachelor- und Masterangebote herausgearbeitet. Auf postgraduale (weiterbildende) Fernstudiengänge spezialisiert hat sich das Zentrum für Fernstudien und Universitäre Weiterbildung der TU Kaiserslautern (ZFUW) mit etwa 3000 Studierenden (im WS 2006/2007) in Deutschland. Ein spezielles Online-Studienprogramm, das die Konzeption und Implementation solcher Fernstudien selbst zum Thema hat, bietet die Universität Duisburg-Essen als weiterbildenen Master of Arts of Educational Media an.
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Diplom-Kaufmann / Diplom-Kauffrau (FH) an der Europäischen Fernhochschule Hamburg
Nach einer repräsentativen Studie von forsa und der Euro-FH bei 300 deutschen Unternehmen mit mindestens 150 Mitarbeitern im Januar 2007 sind die Absolventen eines Fernstudium bei Personalverantwortlichen äußerst gefragt: 80 Prozent halten es mindestens für gleichwertig. Nach der Umfrage bewertet nur rund jeder fünfte Personalchef ein Präsenzstudium höher. Weil ein Fernstudium eine hohe Eigenmotivation, Zielstrebigkeit, gekonntes Zeitmanagement, Organisationstalent, Selbständigkeit und Flexibilität attestiere. Die so hoch geschätzten Fernstudiengänge sollten ein Gütesiegel etwa der FIBAA haben und wofür erforderlich international, vor allem praxisorientiert sein.