Eine Medizinische Universität ist eine Hochschule, die sich in Forschung und Lehre auf das Medizinstudium und benachbarte Fächer der Medizin beschränkt. Anders als medizinische Fakultäten innerhalb größerer Universitäten sind Medizinische Universitäten unabhängig. Gemeinsam ist beiden jedoch, dass ihnen ein eigenes Universitätsklinikum angeschlossen sein kann. Neben den Medizinischen Universitäten, die sich auf die Humanmedizin beschränken, existieren auch Tierärztliche Hochschulen.
Fächer
An den medizinischen Universitäten werden ebenso wie an den medizinischen Fakultäten die relevanten vorklinischen und klinischen Fächer gelehrt.
Kritik
Die Bezeichnung einer monodisziplinären Hochschule als Universität ist zumindest mißverständlich, da der Begriff der Universität (von lat. universitas) eine Gesamtheit von Fachdisziplinen bezeichnet. Universitäten werden von jeher nicht nur als Ausbildungsstätten, sondern auch als Orte des interdisziplinären Austausches verstanden. Gerade für ein Fach wie die Medizin, das den Menschen und seine Gesundheit in den Mittelpunkt seines wissenschaftlichen Erkenntnisinteresses stellt, kann sich die Zusammenarbeit mit natur-, geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern als äußerst fruchtbar erweisen.
Dieser Argumentation kann allerdings entgegengehalten werden, dass auch andere Disziplinen sich teilweise aus der allgemeinen Universitätslandschaft ausdifferenziert haben und eigene Hochschulen bilden (z. B. Technische Universitäten, Kunst- und Musikhochschulen).