Zur Entstehungszeit der Universitäten im Mittelalter war Latein die einzige Wissenschafts- und Verwaltungssprache. Ein Student wurde als scholaris (Schüler, von lat. schola (Schule)) bezeichnet. Der Ausdruck "Scholar" wird heute noch im Zusammenhang mit dem Mittelalter verwendet.
In der Frühen Neuzeit kam der Begriff studiosus (lat. "der Eifrige, der Interessierte") auf. Bereits im Mittelhochdeutschen gab es jedoch den aus dem lateinischen Partizip Präsens entlehnten Ausdruck studente. Im 18. Jahrhundert war die umgangssprachlich-poetische Bezeichnung Musensohn weit verbreitet, ebenso wie der Ausdruck Musenstadt für den Universitätsort. Aus dem 20. Jahrhundert stammen die umgangssprachlichen Bezeichnungen Studiker (inzwischen wieder etwas veraltet) oder Studi. Gerne wird auch die Fachbezeichnung auf Latein in Abkürzung als sogenannter studentischer Grad genutzt, bei denen sich vor allem traditionelle Studenten entweder studiosus oder candidatus nennen, ohne dass dies ein Titel oder ähnliches wäre.
In den angelsächsischen Ländern und selten in Österreich werden auch die Schüler in den oberen Schulklassen (etwa vergleichbar der deutschen gymnasialen Oberstufe) auch als "students" bzw. "Studenten" bezeichnet, was gelegentlich zu Verwechslungen führt.
Studenten oder Studierende?
Es gab bereits in den 90er Jahren Versuche an Universitäten, den Begriff "Studenten" durch geschlechtsneutrale Formulierungen zu ersetzen. Da "Studentinnen und Studenten" zu umständlich war, und die Schreibweise "StudentInnen" im Widerspruch zur Orthographie stand, setzte sich schließlich die Partizipialform "Studierende" durch. Bei dieser Diskussion spielt es keine Rolle, dass das lateinische Partizip Präsens Aktiv studens im Maskulinum, Femininum und Neutrum gleich lautet und sich deshalb als geschlechtsneutrale Form geeignet hätte. "Studierende" ist seit dem In-Kraft-Treten des Universitäts-Organisationsgesetzes 1993 (UOG 1993) der gesetzliche Terminus in Österreich.
Kritiker bringen vor, dass die Partizipform bürokratisch und wenig anschaulich sei. Von Max Goldt stammt folgendes Zitat: "Wie lächerlich der Begriff Studierende ist, wird deutlich, wenn man ihn mit einem Partizip Präsens verbindet. Man kann nicht sagen: In der Kneipe sitzen biertrinkende Studierende. Oder nach einem Massaker an einer Universität: Die Bevölkerung beweint die sterbenden Studierenden. Niemand kann gleichzeitig sterben und studieren." (aus: "Wenn man einen weißen Anzug anhat", Kapitel "Was man nicht sagt").
Andererseits haben auch andere Partizipialformen ihren Eingang in den täglichen Sprachgebrauch gefunden, ohne jedoch oben genannte Befremdung hervorzurufen. So finden sich im Alltag Formulierungen wie "wartende Reisende" oder "arbeitende Vorstandsvorsitzende". Es ließe sich dem Vorwurf von Max Goldt also entgegnen, dass die von ihm kritisierte mangelnde "Anschaulichkeit" bzw. Bürokratie lediglich eine Gewöhnungsfrage sei.
Außerhalb von offiziellem Sprachgebrauch und "politisch korrekten" Kreisen hat sich die Bezeichnung "Studierende" in Deutschland bisher nicht durchsetzen können.