Studieren ohne Abitur

Um an einer deutschen Hochschule zu studieren, braucht man nicht unbedingt Abitur oder Fachhochschulreife. Inzwischen gibt es in allen Bundesländern für Praktiker mit Berufserfahrung die Möglichkeit, an einer Hochschule entweder berufsbegleitend oder Vollzeit zu studieren und sich so weiterzubilden.

Studieren ohne Abitur ist kein leicht zu erreichendes Ziel, aber es geht.

Einschlägige berufliche Vorbildung ist in Deutschland für den Hochschulzugang von Nicht-Abiturienten unerlässlich. Der Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf gilt als berufliche Qualifikation. Die Dauer der für den (Fach-)Hochschulzugang verlangten Berufserfahrung variiert von Bundesland zu Bundesland. Auch die anderen Zulassungsvoraussetzungen sind in den Bundesländern unterschiedlich. Einige Hochschulen verlangen eine Hochschulzugangsprüfung, einige ein Probestudium, wieder andere den Nachweis einer Fortbildungsprüfung nach der Berufsausbildung (z.B. Meister, Fachwirt, Techniker, etc.) und ein Beratungsgespräch. In allen Bundesländern außer Bayern können beruflich qualifizierte Bewerber den Hochschulzugang prinzipiell für alle Fachrichtungen erwerben. Einheitlich ist einzig, dass sich jeder Bewerber für einen bestimmten Studiengang entscheiden muss.

Diesen Weg zu gehen bedeutet einen Einschnitt in Ihr bisheriges Leben. Er bietet die Chance neue Lebensperspektiven aufzubauen, verlangt aber die realistische Einschätzung der eigenen Belastbarkeit, Flexibilität, Risikobereitschaft und Konfliktstärke.

  • Prüfen Sie die eigene Motivation: Suchen Sie vorrangig eine neue Herausforderung, wollen Sie sich persönlich weiterentwickeln oder sind Sie bestrebt Ihren Arbeitsplatz zu sichern ggf. beruflich aufzusteigen? Welcher Studiengang, welche Hochschule passt am besten zu Ihren Bedürfnissen?
  • Prüfen Sie ihr privates und berufliches Umfeld: Wer in Familie und Freundeskreis wird Sie unterstützen können? Wer könnte aus der eigenen Erfahrung heraus raten und helfen? Gibt es weitere Beratungsangebote? Wie überbrücken Sie ggf. Wartezeiten bis zur Zulassung? Ist Ihr eigener Arbeitgeber bereit zu kooperieren? Wer bietet Unterstützung an bei Konfliktfällen mit dem bisherigen Arbeitgeber? Wie reagieren Sie auf ein gänzlich neues Umfeld mit vorrangig jüngeren, berufsunerfahrenen Menschen?
  • Prüfen Sie , wo es Vorbereitungskurse auf eine Zulassungsprüfung gibt. Infrage kommen zum Beispiel die Hochschule ihrer Wahl oder die Volkshochschule? Kennen Sie Gleichgesinnte, mit denen Sie eine Lerngruppe bilden können?

Sind Sie zu der Entscheidung gekommen, dass ein Studium für Sie das Richtige ist, dann haben Sie einen zwar exklusiven aber – das belegen Statistiken seit Jahren – genauso Erfolg versprechenden Hochschulzugang wie die Studierenden des Ersten und des Zweiten Bildungsweges gewählt.